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Neues Leben im Denkmal

Das Department Architektur der Universität Siegen hat die Bachelor- und Masterzeugnisse verliehen. Eine Arbeit stach besonders hervor.

Seit der Betrieb der Zeche Zollverein in Essen am 23. Dezember 1986 endete, sind die Anlagen und Gebäude des Steinkohlebergwerks denkmalgeschützt. Die Zeche ist ein Industrie-Denkmal. Wie kann hier etwas Neues entstehen, ohne den Charakter der Stätte zu beschädigen? Vor einer Aufgabenstellung wie dieser standen die Master-Studierenden der Architektur im Rahmen ihrer Abschlussarbeiten an der Universität Siegen. Wie sie die Aufgabe lösten, ist im „Architekturhaus“ am Lindenplatz in Siegen-Geisweid zu sehen, hier sind die Modelle ausgestellt. Und hier fand auch die feierliche Verleihung der Bachelor- und Masterzeugnisse des Departments Architektur statt.

„Ich bin immer wieder fasziniert, was für eine hohe Qualität bei diesen Arbeiten zu sehen ist“, sagte Prof. Dr. Thomas Coelen, Dekan der Fakultät II (Bildung Architektur Künste) der Uni Siegen zur Eröffnung. Längst nicht alle behandelten das Thema „Zeche Zollverein“, auch ein Entwurf für eine neue Philharmonie in Siegen ist beispielsweise entstanden. Insgesamt elf von 13 Masterarbeiten sind ausgestellt, parallel sind 21 von 24 Bachelorarbeiten auf dem Campus Paul-Bonatz-Straße zu sehen.

Im Blickpunkt im „Architekturhaus“ stand die Master-Arbeit von Luisa Pfeifer, die mit zwei Preisen ausgezeichnet wurde. Die Studentin hatte den Auftrag, ein Gründerzentrum in den Bereich der ehemaligen Kokerei der Zeche Zollverein zu integrieren. Besonders prägend für die Kokerei sind die riesigen Ventilatorenkühler in drei Gebäuden. Über insgesamt vier Monate beschäftigte sich Pfeifer wie auch ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen mit der Aufgabe, eine Gruppe reiste nach Essen und bewertete die Lage vor Ort. Welche Möglichkeiten gibt es, in welchem Zustand ist das Bauwerk noch? „Hier erhält man viele Inspirationen, dann entstehen die Ideen. Es war angesichts dieser Industriekulisse unglaublich spannend“, sagte Luisa Pfeifer.

Ihre Idee basiert auf einer „Tieferlegung“ der Eingangsebene. Unterhalb der Ventilatorenkühler ist ein drei Meter tiefer Streifen eingezogen, der die einzelnen Gebäude miteinander verbindet. Im Inneren entsteht ein neuer Bereich, beispielsweise für Arbeitsplätze neuer Start-Ups. Statt neuen Fenster sind vor den Ventilatoren Glasscheiben angebracht, so fällt Licht in den Raum. „Diese Arbeit zeigt die Nutzung des Neuen unter Bewahrung der Identität des Alten. Ein Gründerzentrum, das in einem Raum liegt, der geprägt ist vom Geist und der Atmosphäre einer vergangenen Zeit. Ein bemerkenswertes Ergebnis“, sagte Prof. Dr. Peter Karle in seiner Laudatio.

Insgesamt drei Preise waren ausgelobt. Luisa Pfeifer erhielt sowohl den Preis des Fördervereins für Architektur und Bauingenieurwesen als auch den Preis des BDA (Bund deutscher Architekten – Siegen). Der Preis für studentisches Engagement in Gremien/Fachschaft während des Studiums vom Alumniverbund der Universität Siegen erhielt Julia Schubert.

Für die Absolventinnen und Absolventen beginnt nun ein neues Kapitel. „Die Architektur bietet so unglaublich viele Möglichkeiten, machen sie etwas daraus“, sagte Departmentsprecher Prof. Dr. Bert Bielefeld. Die Chancen stehen gut, angesichts der vollen Auftragsbücher vieler Baufirmen und der hohen Nachfrage nach Fachkräften. So lautete das Fazit: „Die Welt war noch nie besser für Architekten.“

Text: Gabriel Klein, Pressestelle