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kulturhaus drolshagen

Aus „www.heimatverein-drolshagen.de“:

„Im Jahr 1993 erwarb der "Heimatverein für das Drolshagener Land" den "Gasthof Bone" und renovierte das Bauwerk in den folgenden Jahren grundlegend. Im Oktober 1995 konnte das Haus mit Hilfe der Nordrhein-Westfalen-Stiftung, staatlichen und städtischen Zuwendungen, großzügigen Spenden Drolshagener Firmen und viel Eigenleistung vollständig als "Heimathaus" eingeweiht werden.
Im Kellergeschoß befinden sich Brunnensaal und Gewölbekeller, die mit ihrem Feldsteinmauerwerk eine einmalige Atmosphäre bieten.
Im Erdgeschoß wurde die ehemalige Gastwirtschaft unter Beibehaltung ihrer Gestaltung aus den fünfziger Jahren renoviert. Zusätzlich entstand anliegend ein gemütlicher Raum mit einem alten Ofen, Kassettendecke, Wandtäfelung. Auf der gleichen Ebene befindet sich die "Buchstube Heinrich Bone" als Katholische Öffentliche Bücherei.
Im Obergeschoß sind -- neben der Hausmeisterwohnung -- die Räume Arbeitsgebieten des Heimatvereins vorbehalten: sie beherbergen Bibliothek und Fotoarchiv mit Büchern, Dokumenten und Bildern zur regionalen Geschichte.
Im Dachgeschoß wurde im Jahr 2001/02 ein moderner Vortragssaal eingerichtet, der auch für großflächige Bildprojektionen und Filmvorführungen technisch ausgestattet ist.
Das Heimathaus liegt im Kernbereich Drolshagens. Als im Mai 1838 ein Totalbrand alles vernichtete, was innerhalb der ehemaligen Stadtmauer lag, knüpfte der anschließende Wiederaufbau nicht mehr an dem bisherigen mittelalterlichen Gassennetz an, sondern wählte für die neuen Straßen ein geometrisches Grundraster. Die Eheleute Matthäus und Elisabeth Bone errichteten in der jetzt entstandenen Annostraße ihr neues Haus. Als "Gasthof Bone" hat es von 1839 bis 1993 seinen Namen bewahrt. Es ist das Elternhaus des Pädagogen Heinrich Bone (+ 1893), der als Erneuerer des katholischen Kirchenliedes im 19. Jahrhundert, als Schulbuchautor ("Deutsches Lesebuch", 64 Auflagen) und als Kulturpolitiker bekannt wurde. Die "Buchstube Heinrich Bone" bewahrt in ihrem Namen die Erinnerung an ihn.
Neben der Gastwirtschaft fand das Haus bis 1968 landwirtschaftliche Nutzung. Es wurde 1949 durch einen teils in Fachwerk gehaltenen Anbau erweitert, doch erfolgte 1968 die Aussiedlung des landwirtschaftlichen Betriebes, so dass dessen Nutzflächen seitdem leer standen. Dieser Umstand rettete das Haus im Innern vor baulichen Veränderungen. Die alte Raumteilung blieb im Wesentlichen erhalten, abgesehen von der Anlage eines zentralen Treppenhauses, das alle vier Ebenen erschließt. Erst durch diese Baumaßnahme konnten öffentliche und private Nutzung getrennt werden.
Das Heimathaus dient als Kultur- und Veranstaltungshaus mannigfachen Aufgaben. Dem Heimatverein ermöglicht es Ausstellungen und ein reichhaltiges Bildungsprogramm. Die Stadt Drolshagen, Fraktionen des Stadtparlaments, Vereine und Gremien nutzen es für Konferenzen und Versammlungen. Familienfeiern finden das Jahr hindurch statt und bieten mit einem variablen Raumangebot einen geschätzten Rahmen für private Feste.

Wozu Geschichte verpflichtet
Überlegungen am Beispiel Drolshagen

Dass viele sauerländische Ortschaften auf ein Alter von tausend Jahren zurückschauen können und derartige Gedenktage auch gebührend feiern, ist das eine. Daneben rückt die bisweilen betrübliche Beobachtung, dass die bauliche und oft auch die geistige Substanz dieser Geschichtszeit "irgendwie" verloren ging. Zwar stimulieren die aus alten Papieren gewonnenen Gründungsdaten zu Jubiläumsfesten, blähen sich dann aber nicht selten über einer Vergangenheit auf, deren Zeugnisse dahin sind und dieser Geschichte keine Erfahrbarkeit mehr geben. Es kann also nicht genügen, Jubiläen zu feiern, ohne zu reflektieren, wozu die eigene Geschichte verpflichtet.
Eins, zwei, drei, im Sauseschritt... durch die Drolshagener Geschichte
Vor 525 Jahren verlieh der Kölner Erzbischof Ruprecht von der Pfalz als Landesherr der bescheidenen Ortschaft Drolshagen Soester Stadtrecht, mit dem auch Attendorn und Olpe ausgestattet waren. Das mag zur Halbzeit der bisherigen Ortsgeschichte gewesen sein, wenngleich die Anfänge von Drolshagen im Dunkel liegen. Um die Mitte des 9. Jahrhunderts war für die noch unbesiedelten Wälder des Südsauerlandes die Hauptrodezeit. Als Zeugen dieses Vordringens in die Wildnis gelten die zahlreichen -Inghausen-Orte, von denen Drolshagen reichlich umgeben ist: Öhringhausen, Essinghausen, Germinghausen, Wegeringhausen, Iseringhausen, Berlinghausen. Ihre Gründung wird zwischen 850 und 950 angesetzt. Einer zweiten Rodezeit bis etwa 1100 werden Ortschaften mit den Endsilben -bracht, -bert, -pert, -mart und -mert zugerechnet. Zu dieser Gruppe zählt Hützemert, das größte Dorf des Drolshagener Landes. Da alle diese Ortslagen (mit Ausnahme Iseringhausen) höher gelegen sind, darf angenommen werden, dass die Gründung von Drolshagen mit seiner besseren und weiteren Tallage den anderen Gründungen vorauf ging. Die Anfänge dürften ins frühe 9. Jahrhundert datieren.
Olpe und Elspe gelten als von Attendorn abgepfarrte Kirchspiele. Wahrscheinlich ist die Pfarrei Drolshagen eine Tochtergründung von Olpe. Die Kirche, ursprünglich ein flach gedeckter Saal, wird auf Grund späterer Zeugnisse Anno von Köln (1056-1075) zugeschrieben, mit dessen Namen sich auch 1072 die Gründung des Klosters Grafschaft verknüpft. Dennoch begegnet die erste namentliche Erwähnung Drolshagens reichlich spät und zwar in Mirakelberichten eines Siegburger Mönchs zwischen 1183-1185, der von Drolshagener Bürgern erzählt, denen auf Fürbitte des hl. Anno wundersame Heilung zuteil geworden sein soll.
Das wichtigste mittelalterliche Datum für Drolshagen ist die Stiftung des Zisterzienserinnen-Klosters 1235 durch Graf Heinrich III. von Sayn und dessen Gemahlin Mechthildis von Landsberg, Nichte der hl. Elisabeth von Thüringen. Im Gefolge dieser Gründung wurde die vorhandene kleine Saalkirche zur Basilika ausgebaut und eingewölbt, aber nach zisterziensischer Art ohne Turm. Das mit großem Streubesitz ausgestattete Kloster war in den folgenden Jahrhunderten ein wesentlicher Faktor der örtlichen Entwicklung. Da Gemeinde und Konvent sich die Kirche gemeinsam teilten, ergab sich aus den divergierenden Interessen beider Seiten nicht selten auch erheblicher Streit.
Als 1477 der Kölner Landesherr Drolshagen die Stadtrechte verlieh, kam es ihm darauf an, im Grenzbereich zu den konkurrierenden bergischen und märkischen Herzogtümern einen befestigten Platz zu haben. So erhielt der etwa 400 Einwohner zählende Ort eine Stadtmauer mit vier Toren, und auch die Basilika bekam nun einen wehrhaften Turm. Die folgenden Zeiten führten durch die reformatorischen Wirren und brachten immer wieder neue Kriege. Drolshagen teilte diese Ängste und Lasten mit dem Lande insgesamt. Im 18. Jahrhundert eskalierten die Streitigkeiten zwischen Kirchspiel und Kloster, konnten aber 1763 durch einen Vergleich beendet werden: die Nonnen wollten ihre Rechte an der Pfarrkirche aufgeben, wenn die Gemeinde dem Kloster eine eigene Kirche baue. Tatsächlich kam diese Klosterkirche in den darauffolgenden Jahren zustande, wurde jedoch mit der Aufhebung des Klosters 1803 und dem anschließenden Verkauf aller Güter gleich wieder der Spitzhacke überlassen, ohne Erinnerungsspuren zu hinterlassen. Ebenfalls abgebrochen wurden zwei der drei Klosterflügel, der Kreuzgang sowie alle Stallungen und Nebengebäude. Nur ein Altar in der Olper Kreuzkapelle und die nach Neuenkleusheim verkaufte Schleifladenorgel regen an, sich den klösterlichen Kirchenraum in Gedanken vorzustellen.
Das immer noch kleine, von einer Stadtmauer eng umschlossene Drolshagen, das neben der Kirche nur strohgedeckte Fachwerkhäuser zählte, wurde im Mai 1838 Opfer eines Brandes, der innerhalb des Mauerringes kein Haus verschonte. Für den anschließenden Wiederaufbau gab man das mittelalterliche Gassennetz auf und legte - wie vorweg in Arnsberg, Schmallenberg und Olpe (aber anders als in Attendorn) - ein streng rechtwinkliges Straßenkonzept zugrunde. Die weiteren hundert Jahre fügten dem neu errichteten Städtchen nur maßvolle Ergänzungen zu. Die bedeutendste davon der Eisenbahnbau von Olpe nach Bergneustadt, der weiterhin nach Köln verband. Es wurde ein Rathaus gebaut, eine Volksschule mit Lehrerwohnungen, und zugleich rückte das beginnende 20. Jahrhundert erste Steinbauten in die ansonsten noch geschlossene Fachwerkwelt. Erst die 50er Jahre, die innerdeutsche Migration, der allgemeine wirtschaftliche Aufschwung, die tief in die landschaftliche Substanz eingreifenden neuen Autobahnen A 45 und A 4 brachten Veränderungen, welche die geschichtliche Identität des Städtchens mehrfach aufs Spiel setzten.

Was gehört zur "Identität" eines Ortes?
Genau genommen hat bereits das frühe 19. Jahrhundert mit seinen Industrialisierungsprozessen und veränderter Wehrtechnik den meisten deutschen Städten einen guten Teil ihrer gewachsenen Identität genommen. Man brach die mittelalterlichen Wehranlagen ab, schüttete die Stadtgräben zu, räumte die Tortürme aus dem Weg... Der Blick ging kaum zurück, sondern richtete sich fortschrittsgläubig in die Zukunft, ohne zu sehen und zu bedauern, dass wesentliche Strukturelemente der eigenen Geschichte preisgegeben wurden.
Die alte Bebauung wurde streng zusammengehalten durch die umgebende Stadtmauer. Es gab vier Tore aber keine "Hauptstraße". Zu zählen sind 71 eng beieinanderstehende Bauten. Da zu jedem Haus auch Vieh und Stall gehörten, muss man sich das kleine Umfeld mit bäuerlichem Zubehör gefüllt denken, mit Wagen, Gerätschaften, einer Miste; hier und da gab es wohl auch einen winzigen Küchengarten. Die Häuser waren ausschließlich Stroh gedeckte Lehmfachwerkbauten. Die trockene Zeit, die dem Totalbrand vom 10. Mai 1838 vorausging, ließ das Feuer sofort auf alle Häuser übergreifen. Verschont blieben allein die wenigen, außerhalb der Stadtmauer stehenden Häuser und der damals noch erhaltene Flügel des bereits 1803 aufgegebenen Klosters.
Eigentlich bewahrte innerhalb unserer Region nur Soest sein mittelalterliches Gesicht. Dort weiß man inzwischen, was damit an Werten erhalten und gewonnen wurde. In Drolshagen hat der Abbruch von Mauern, Toren, Klostergebäuden samt der just fertig gestellten Klosterkirche weder Diskussionen noch Protest ausgelöst, ein Vorgang, der sich landesweit in jüngster Zeit wiederholte, als zwischen 1960 und 1980 fast alle Städte und Gemeinden erneut und ohne Skrupel wichtige eigengeschichtliche Zeugnisse für Neuplanungen preisgaben. Dass diese Neubauten das geschichtliche Eigenprofil vernichteten und das Ortsbild nun mehr belasten als erfreuen, erkannte man leider erst hinterher. „

Soviel zum Ort, zum Heimathaus und zur Geschichte.

Aufgabe

Die „Bürgerstiftung“ hat es sich zur Aufgabe gemacht einen zentralen Ort zu schaffen, der allen zur Verfügung stehen soll.
Aufgabe der Bachelorarbeit ist ein Kulturhaus zu schaffen, das im Einklang mit dem Heimathaus, dem Ort, der Gestaltsatzung steht.
Dies soll keineswegs bedeuten, dass wir Fachwerkhäuser nachbauen wollen, vielmehr stellt sich die Frage nach der Maßstäblichkeit der Körnung, den Proportionen, den Materialien…
In einer Bauvoranfrage wurde eine Art Atriumslösung präsentiert.

Der Städtebauliche Entwurf ist nicht bindend, bietet aber einen realisierbaren Ansatz.

Das angrenzende Gebäude Annostraße 5 sowie die Rückgebäude werden in nächster Zeit abgebrochen.

Es soll ein neues Ganzes entstehen.
Ein neuer Hauptzugang erschließt das Heimathaus und das Kulturhaus.
Das Heimathaus soll nicht verändert werden, umfangreiche Umbaumaßnahmen sind, wie oben beschrieben, in den letzten Jahren durchgeführt worden.

Ein genaues Raumprogramm wird nicht vorgegeben.
Es sollen Räume entstehen, die für vielerlei Zwecke genutzt werden können.
Flexibilität ist gefragt.
Die Räume sollen dabei nicht multifunktional und gesichtslos sein, dennoch nicht nur auf eine konkrete Tätigkeit ausgerichtet.
Sie sollen die Lust z.B. am Tanzen, am Musizieren, Malen, Spielen, Singen im Chor …fördern.
Barrierefreie Gestaltung ist für den Neubau Vorgabe, Vorschläge zur barrierefreien Anbindung des Heimathauses werden gewünscht.
Ziel der Bürgerstiftung ist Menschen einzuladen, das „Kulturhaus“ zu nutzen und Interesse für ihre Stadt zu entwickeln.

Heimat bedeutet nicht nur der Blick zurück und bewahren wollen,
sondern gleichsam den Blick nach vorne gerichtet und die Zukunft gestalten wollen.

Leistungen:

Lageplan 1/100 und 1/500
Grundrisse, Schnitte und Ansichten M 1/100
detaillierte Innen- und Außenraumgestaltung für Teilbereiche

Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Käppel-Klieber, Abschlußarbeit, herausgegeben im Sommersemester 2010