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Städtebauliche Entwicklung Arkema-Gelände in Bonn-Dransdorf


1. Planungsanlass

Der Chemiekonzern Arkema wird Mitte 2009 seinen Produktionsstandort im Gewerbe- und Industriegebiet ‚Am Propsthof’ im Norden des Bonner Ortsteils Endenich aufgeben und beabsichtigt, die Fläche für eine anderweitige Nutzung zu vermarkten. Hieraus ergeben sich für die Nutzung der ca. 7 ha. großen Fläche selbst, aber auch für die Entwicklung benachbarter Bereiche neue Perspektiven.


2. Beschreibung des Plangebietes

Das Gewerbegebiet ‚Am Propsthof’ weist eine heterogene Struktur auf. Neben klassischer gewerblicher und (noch) industrieller Nutzung befand sich an der Siemensstraße in der ehemaligen ‚Biskuithalle’ u.a. eine Diskothek, in einem benachbarten ehemaligen Verwaltungsgebäude hat ein privater Investor den Gewerbepark Bonn-Dransdorf eingerichtet, in dem i.w. Handwerksfirmen angesiedelt sind. Auf dem Parkplatz nördlich der Siemensstraße fand an Samstagen ein beliebter großer Flohmarkt statt. Entlang der Straße ‚Am Probsthof’ sind in den 90er Jahren durch einen mittelständischen Investor Bürogebäude errichtet worden. Die dort derzeit ansässigen Großmieter, u.a. das Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen, tragen durch umfangreiche Investitionsmaßnahmen zu einer Stabilisierung des Gebietes bei.
In diesem Bereich gibt es einen Konflikt zwischen den anliegenden Nutzungen und der hier anzutreffenden Straßenprostitution. Die Möglichkeiten einer Verlagerung der Straßenprostitution sind derzeit in der Diskussion.

Ebenso heterogen ist die Nutzungsstruktur der angrenzenden Gebiete. Östlich, abgetrennt durch die in Hochlage verlaufende Autobahn A565, liegt das Gewerbe- und Industriegebiet ‚Immenburgstraße’, im Süden befinden sich naturwissenschaftliche Institute der Universität. Im Westen liegen, abgetrennt durch einen kleinen Grünzug mit Sportanlage, Wohngebiete mit Reihenhaus- und Geschosswohnungsbau der 50er - 70er Jahre des 20. Jh. Nördlich der das Gebiet tangierenden Eisenbahnstrecke Bonn-Euskirchen befinden sich der Betriebshof der Stadtwerke Bonn Verkehrs GmbH (SWBV) sowie weitere Wohngebiete mit Bebauung aus den 50er und 60er Jahren des 20. Jh.

Die Erschließungssituation des Gebietes ist trotz der beschriebenen städtebaulichen Barrieren im Norden und Westen als gut zu bezeichnen. Die Autobahnanschlüsse Verteilerkreis, Tannenbusch und Endenich sind auf kurzem Weg zu erreichen. Mit der Haltestelle ‚Probsthof-Nord’ besteht eine Anbindung an das Stadtbahnnetz. In naher Zukunft wird sich die Anbindung an den SPNV durch den Bau des bereits planfestgestellten Haltepunkt ‚Auf dem Hügel’ an der Eisenbahnstrecke Bonn-Euskirchen nochmals verbessern. In der Straße Auf dem Hügel verkehren mehrere Buslinien, von denen eine Linie eine Schleife durch das Gebiet fährt.


3. Aufgabe

Für das im beigefügten Übersichtsplan umgrenzte Plangebiet sind städtebauliche Zielvorstellungen in Form von Szenarien zu entwickeln, die in einer Rahmenplanung und daraus abgeleiteten städtebaulichen Konzepten für die zwei nachfolgend bezeichneten Schlüsselflächen des Plangebietes zu konkretisieren sind. Im Rahmen der Aufgabenbearbeitung sollen die Chancen aufgezeigt werden, die die eingangs genannte Betriebseinstellung für die städtebauliche Entwicklung auf den Schlüsselflächen und deren Umfeld bietet. Ferner soll herausgearbeitet werden, welche städtebaulichen Maßnahmen flankierend erforderlich sind, um die Chancen optimal zu nutzen. Angesichts der prekären Lage öffentlicher Finanzen ist allerdings auf die Wirtschaftlichkeit der vorgeschlagenen Maßnahmen zu achten und der Einsatz öffentlicher, insbesondere kommunaler Mittel zu optimieren.

Für die Arkema-Fläche einschließlich der im Übersichtsplan umgrenzten benachbarten Flächen wird ein Konzept erwartet, welches eine standortgerechte und städtebaulich attraktive Nachnutzung vorschlägt. Dabei kann davon ausgegangen werden, dass die Hochbauten auf der Arkema-Fläche vollständig beseitigt werden und wahrscheinlich vorhandene Bodenverunreinigungen entsorgt bzw. so behandelt werden, dass sie keine Nutzungseinschränkung mehr darstellen. Grundsätzlich werden keine Vorgaben hinsichtlich der möglichen Nutzungen gemacht. Es ist jedoch zu beachten, dass die mit einer Umnutzung verbundene potenzielle Wertsteigerung für den Eigentümer einen (Teil-) Refinanzierungsbeitrag der Abbruch- und Sanierungskosten darstellt

Darüber hinaus soll sich die Bearbeitung vertieft mit dem südwestlich angrenzenden Wohnquartier zwischen den Straßen ‚Auf dem Hügel’ und ‚Am Probsthof’, der Eisenbahntrasse und der Grenze des Gewerbe- und Industriegebietes beschäftigen und städtebauliche Maßnahmen zur Verbesserung der Situation vorschlagen. Dieses Quartier befindet sich teilweise in einer isolierten Lage, die vorhandenen Geschosswohngebäude weisen eine einfache veraltete Ausstattung auf und sind stark modernisierungsbedürftig. Die Bewohnerschaft ist überdurchschnittlich durch Haushalte in sozialer Problemlage gekennzeichnet. Aus diesem Grund ist das Quartier Bestandteil des Gebietes, für das derzeit das Integrierte Handlungskonzept Dransdorf-Südost (IHK-DSO) erarbeitet wird. Durch die Aufgabe der industriellen Nutzung auf dem Arkema-Gelände erweitert sich das Spektrum möglicher städtebaulicher Maßnahmen in diesem Quartier, die im bisherigen Erarbeitungsstand des IHK-DSO noch nicht berücksichtigt werden konnten. Dies betrifft insbesondere die Umnutzung des Sportplatzes Vogelsang. Die im IHK-DSO formulierten Ziele sind grundsätzlich zu beachten, soweit von ihnen abgewichen werden soll, muss eine begründete Abwägung zugrunde liegen.

Das vorhandene Planungsrecht und die vorhandenen Nutzungen sind nicht als Bindung für die Bearbeitung der Aufgabenstellung anzusehen. Mögliche Nutzungskonflikte mit benachbarten Nutzungen wie zwischen verbleibenden und neuen Nutzungen innerhalb des Aufgabengebietes sind aufzuzeigen.

Für die Umsetzung der Planung sind sinnvolle Realisierungsabschnitte zu bilden.



4. Leistungen:

  1. Städtebauliche Bestandsaufnahme, Analyse
    Zusammenfassung charakteristischer Merkmale, Potenziale und Handlungsbedarfe
  2. Entwicklungsszenarien
    Erarbeitung von zwei sich deutlich unterscheidenden Entwicklungsszenarien für das Aufgabengebiet.
  3. Rahmenkonzept M 1:2500
    • Formulierung der wichtigsten städtebaulichen Entwicklungsziele und Handlungsfelder/Nutzungskonzept
    • Rahmenkonzept ( Nutzung, Baustruktur, Freiraum und Erschließung) im Maßstab 1:2500
  4. Städtebaulicher Entwurf M 1:1000
    • Städtebaulicher Entwurf für das Gesamtgelände M 1:1000
    • Detaillierung für das Arkema-Gelände und Sportplatz Vogelsang nach Absprache
    • Aussagen zur Nutzungs- und Bebauungsstruktur, Erschließung des Plangebietes, freiräumliche Vernetzung
  5. Modell M 1:2500
    Zur Überprüfung der städtebaulichen Idee und Eingliederung in die Umgebung ist ein Modell in einem geeigneten Maßstab anzufertigen
  6. Dokumentation
    Zur Dokumentation des Projektes bitten wir, um eine Zusammenstellung der Pläne im pdf-Format auf einer CD.


Univ.-Prof. Dr.-Ing. Schröteler-von Brandt, Prof. Dipl.-Ing. Borghoff, Bachelorthema, betreut im Sommersemester 2009