Bauökologie und Technischer Ausbau
- Vertr.-Prof. Dipl.-Ing. Thomas Kammel
- Architekt Dipl.-Ing. Hartmut Schoof
Technischer Ausbau
Der Technische Ausbau umfasst die Gesamtheit aller technischen Einrichtungen für die Gebäudever- und -entsorgung. Er beginnt mit dem Anschluss an die zentralen Systeme, d. h. an Strom-, Gas- und Trinkwasserversorgung, die Abwasserentsorgung, Abfallbeseitigung etc. und setzt sich in Form von Leitungs- und Rohrsystemen innerhalb des Gebäudes fort. Die Planung der Gebäudetechnik ist frühzeitig in den Entwurf einzubinden. Wichtig dabei ist, zu platzsparenden Lösungen zu gelangen, die sich sinnvoll in einen Entwurf integrieren lassen.
Da die technische Ausstattung eines Gebäudes heute über seine Nutzbarkeit entscheidet und die Anforderung an Komfort, Flexibilität, nimmt die Bedeutung der Gebäudetechnik immer mehr zu. Architekten müssen deshalb umso mehr in die Lage versetzt werden, Vorstellungen zum technischen Ausbau entwickeln und mit den Fachleuten kommunizieren zu können.
Der Technische Ausbau ist ein Aspekt der Gebäudeplanung, der im Zusammenhang mit anderen Fachgebieten betrachtet werden muss. Erst die enge Verbindung zwischen Technischem Ausbau, Bauphysik und Baukonstruktion führt zu einem funktionierenden Entwurf.
Neue Leitbegriffe für eine zukunftsfähige Architektur, wie Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit, ziehen auch Konsequenzen im technischen Ausbau nach sich, z. B. sparsamer mit Wasser, Energie und Ressourcen umzugehen und emissionsärmer zu bauen. Der technische Ausbau bedeutet deshalb nicht mehr allein, dass Architekten und Fachplaner interdisziplinär zusammenarbeiten und miteinander kommunizieren müssen; alle Beteiligten tragen heute gleichermaßen die Verantwortung bei der Auswahl von technischen Ver- und Entsorgungssystemen, hinsichtlich der Umweltbelastung und des Energieverbrauchs. Den Student/innen des Faches „Technischer Ausbau“ soll deshalb aufgezeigt werden, welche Lösungs- und Wahlmöglichkeiten sie bei der Gebäudetechnik haben und welche Konsequenzen ihre Wahl auch in umweltschonender Hinsicht hat.
Bauökologie
In den letzten Jahrzehnten hat der Umweltgedanke aufgrund der klimatischen Veränderungen und den knapper werdenden Ressourcen im Baubereich zunehmend an Bedeutung gewonnen; ein sinnvolles umweltschonendes, energieeffizientes Konzept ist maßgeblicher Teil eines Architekturentwurfs geworden.
Angesichts der Vielzahl von neuen technischen und planerischen Kombinationsmöglichkeiten zu Bauökologie und Energieeffizienz verschafft das Fach einen Überblick über die Bandbreite der Möglichkeiten und Herangehensweisen, welche dieses Thema bietet. Es beschäftigt sich in erster Linie mit Energie- und Planungskonzepten von Wohn- und Verwaltungsgebäuden und deren technisch komplex gewordenen Ver- und Entsorgungssystemen.
Im Wohnungsbau geht es im Wesentlichen um die Vermeidung von Wärmeverlusten, den Einsatz von Solarenergie zur Warmwasserversorgung, energieeffiziente Heizungsanlagen, um die Auswahl umweltschonender Baustoffe sowie um einen sensiblen Umgang mit der Ressource Wasser. Im Verwaltungsbau ist das Problem der Kühlung im Sommer gravierender als das der Beheizung. Bei technisch hoch entwickelten Gebäudetypen steht zur Bewältigung dieses Problems oftmals die raumklimatische Hülle als multifunktionales Bauteil für Belichtung, Lüftung und Sonnenschutz im Vordergrund. So genannte klimaaktive, intelligente Fassadensysteme in Kombination mit Bauteilaktivierung sowie der Einsatz von Geothermie, etc. werden thematisiert. Umsetzungsmöglichkeiten dieses gesamten Themenbereichs werden anhand von gebauten Beispielen aufgezeigt.
Schwerpunkt des Faches Bauökologie ist das Erkennen und Aufwerfen von Fragestellungen, die ein Verständnis der ökologisch-technischen Zusammenhänge vermitteln, denn die Techniken selbst sind, gerade im Bereich Bauökologie, einem ständigen Wandel unterworfen. Es soll ein Überblick gegeben werden über die vielfältigen, sich ständig weiterentwickelnden Themen des umweltorientierten Bauens, um diejenigen auswählen zu können, die eine Antwort auf die spezifischen örtlichen Bedingungen geben.

