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Raumgestaltung

  • Architekt Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Ulrich Exner
  • Helga Schneider, B.Sc., B.F.A. & M.A.
  • Reg.-Ang. Petra Klein

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Bilder gestalten


Etymologisch bedeutet Entwerfen „Bilder gestalten“. Bezogen auf Raumplanung bedeutet es, persönliche, bildhafte Vorstellungen unter Berücksichtigung bestimmter Parameter in ein Programm einzubinden. Der Entwurfsakt besteht darin, dass ein Vorgang wechselseitiger Annäherung, Anpassung und Aussöhnung eingeleitet wird.

Interdisziplinärer Ansatz
Der interdisziplinär orientierte Ansatz in der Architekturausbildung soll das Bewußtsein der Vernetzung in der Gesamtheit der Disziplinen zu vermitteln helfen und die Aufgaben des Architekten umfassend präsentieren. Durch Reflexionen anderer Disziplinen soll ein komplexes, übergreifendes Denken gefördert werden, das den gesellschaftlichen Prozess als Generator erkennt, um einen Formfindungsprozess einzuleiten.

Es wäre deshalb wünschenswert, die Erfahrung und Herangehensweise anderer Fachleute aufzunehmen und wenn möglich von Beginn an in den Entwurfsprozess mit einzubeziehen. Dieses interdisziplinäre Arbeiten erscheint mir wichtig, weil das Entwerfen von Innenräumen sehr nuancenreich ist.

Die Extreme von Raumbildung
Um gesellschaftliches Handeln reflexiv betrachten zu können, muß man sich die Extrempositionen von Architektur vor Augen führen. Hierdurch wird ein Bewußstsein für die unterschiedlichsten Interessen in Bezug auf Raumbildung geschaffen und ihre Anschauungen kenntlich gemacht. Ein Extrem ist, Architektur als kapitalvermehrendes Produkt zu sehen, wobei Räume und somit auch Gebäude nach dem mathematischen Prinzip der „linearen Optimierung“ entwickelt werden, das heißt, mit geringstem Materialaufwand größtmögliche Raumvolumina bzw. vermietbare Fläche zu schaffen. Die „Konservendose“ z. B. ist aus der Konsequenz dieser mathematischen, folgerichtigen Gesetzmäßigkeit entwickelt. Sie stellt ein Optimum der an der Produktion beteiligten Einsatzfaktoren dar. Diese einseitigen systematisierten, auf Ökonomisierung ausgerichteten Raumbildungen stehen somit, versucht man ihre Inhalte, zugegebenerweise in stark banalisierter Form zu verstehen, der Konservendose näher als der Architektur. Das bis zum letzten ausgereizte, rational-objektivierte Verständnis unserer räumlichen Erfahrungswelt findet in diesem Prinzip seinen Höhepunkt. Ein anderes Extrem architektonischer Anschauungen sind die „barocken Gebäude“ (hier beziehe ich auch die Postmoderne und den neu begründeten „Digitalbarock“ ein), die mit ihrer kraftvoll verschwenderischen Formenfülle ein verschnörkeltes, überladenes Bild repräsentieren und erzählerische Momente zu Raum werden lassen.

Das Erkennen dieser gesellschaftlichen Systeme, die unterschiedlichste formale Ausprägungen erzeugt haben, sind wichtiger Bestandteil der persönlichen Meinungsbildung und Grundlage architektonischen Handelns.

Qualitäten bestimmen
Da die innenräumlichen Aspekte, wie zum Beispiel Farbe, Licht, Klang und Haptik, eher zu den labilen Architekturmedien zählen, bewegen sich ihre Qualitäten am Rande der Planbarkeit und sind leicht beeinflußbar und auch austauschbar. Diese Ränder müßen aus diesem Grund präzise formuliert werden, weil gerade diese Aspekte für das „Wohlbefinden“ im Raum bedeutend sind. Es soll durch kritische Reflexion die Eigenständigkeit im Umgang mit den Fragestellungen der Innenraumplanung erarbeitet und die Fähigkeit zu Analyse und Synthese entwickelt werden.

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