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Alt werden im ländlichen Raum am Beispiel der Stadt Kreuztal

Analyse und Bewertung der demografischen Entwicklung in den Ortsteilen und Ableitung von Handlungsansätzen

 
Teil 1: Einleitung

  • Vorwort: Einleitung zu Thema und Ideenfindung, Fragestellung
  • Vorstellung der Stadt Kreuztal (Geografie, Geschichte, Einwohner)
  • Hintergrund demographischer Wandel
  • Hintergrund gesellschaftlicher Strukturwandel


Teil 2: Analyse und Bewertung

  • Infrastruktur in den Ortsteilen (öffentliche & private Versorgung, Gesundheit, soziale Hilfeleistungen)
  • Einwohnerentwicklung und Altersgruppenzusammensetzung in den Ortsteilen
  • Entwicklungsprognose (Kommunalprofil, LDS Daten, Bertelsmannstiftung, Kreuztal)


Teil 3: Erstellung von Ortsteilprofilen

  • Welcher Ortsteil ist besonders stark vom demografischen Wandel betroffen? In welchem Ortsteil liegen Besonderheiten vor in Hinblick auf Altersentwicklung, Versorgungsmöglichkeiten, Infrastruktur, Mobilität?


Teil 4: Empirische Untersuchungen anhand von Experteninterviews

Befragung von verschiedenen Seniorengruppen (z.B. Alleinstehend zu Hause wohnend, in Altersheimen wohnend, Mit/Ohne Pflegebedarf) in Hinblick auf:

  • Wer lebt in welchen Ortsteilen?
  • Wie leben die Menschen in diesen Ortsteilen? Hausbau auf altengerechte Gestaltung und Unterbringung umfunktioniert?
  • Die Lebenspraxis älterer Menschen in einer Kleinstadt wie Kreuztal
  • Was wird den Menschen angeboten, besonders in Hinblick auf die demographische Entwicklung?
  • Wie sehen Senioren die Bedürfnisse für das Leben im Alter?


Befragung der Träger von Vereinigungen in Hinblick auf:

  • Wie sehen die sozialen Rahmenbedingungen aus?
  • Was ist bereits gemacht worden?
  • Was kann man sich noch vorstellen?
  • Wie sehen Experten die Bedürfnisse für das Leben im Alter?


Teil 5: Auswertung/ Ergebnisse => Handlungsansätze, die sich aus den Expertengesprächen und der Ortsteilanalyse ableiten lassen

  • Was ist das Problem heutzutage für Wohnen im Alter im ländlichen Raum?
  • In welchen Ortsteilen stellen sich besondere Problematiken dar?
  • Wie sehen die Unterschiede zwischen Kernstadt und ländlichen Ortsteilen aus?
  • Was für Strategien lassen sich aus den Ergebnissen entwickeln gemessen an den Möglichkeiten in Kreuztal? (allgemein & speziell für einen Ortsteil)
  • Welche Beispielprojekte könnte man Kreuztal nahelegen?


Kurzer Abriss zur Fragestellung:

Die demographische Entwicklung sagt in den nächsten Jahren einen weiteren Rückgang der Bevölkerung in Verbindung mit einer immer älter werdenden Gesellschaft voraus. Die Prognosen gehen davon aus, dass dieser Trend sich noch viele Jahre fortsetzen wird und bis zum Jahr 2050 auf eine Geburt zwei Sterbefälle kommen werden. Nach einigen Prognosen wird die Bevölkerung in Deutschland um sieben Millionen Menschen auf nur noch 75 Millionen Menschen schrumpfen. Obwohl dieses Thema bereits seit einiger Zeit diskutiert wird, gibt es noch keine grundlegenden Konzepte, wie man diese Entwicklung abwenden kann.

Es sind nicht nur die großen Städte in Deutschland betroffen. Der gesellschaftliche Strukturwandel lässt sich auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene feststellen. Bereits viele ländliche Regionen verzeichnen einen enormen Bevölkerungsrückgang, der sich zum einen aus Geburtenrückstand und zum anderen aus Bevölkerungsabwanderung zusammen setzt.
Die Kommunen werden dadurch zu besonderem Handeln gedrängt, denn durch die sinkenden Bevölkerungszahlen ergeben sich in erster Linie „große Löcher“ in den Haushaltskassen. Diese wirken sich wiederum negativ auf die Aufrechterhaltung der Infrastruktur einer Kommune aus, wie z.B. Schulen und Kindergärten, Verkehr, Gesundheit und Altenhilfe.

Eine Kleinstadt wie Kreuztal bildet in diesem Zusammenhang keine Ausnahme. Besonders das Leben in den Ortsteilen fernab der Innenstadt wird immer mehr zum Problem für ältere Menschen. Viele kleine Geschäfte, die der täglichen Nahversorgung dienen, schließen und große Discounter in wenigen Stadtteilen gewinnen an Überhang. Für die älteren Menschen erweist sich auf Grund der meist fehlenden Mobilität der alltägliche Einkauf immer mehr zum Problem.

Dieses ist nur eines der vielen Probleme, die das Wohnen im Alter gerade im ländlichen Raum mit sich bringt. Wie genau sich dieses Problem und weitere darstellen und welche Folgen für die Bevölkerung in der Kommune entstehe, ist eine der Fragestellungen, der in der BA-Arbeit auf den Grund gegangen werden soll. Im Hinblick auf die städtebaulichen Aufgabenfelder und die Entwicklung der Kreuztaler Ortsteile lassen sich hier vermutlich eine Vielzahl an Beispielen für weitere Handlungsfelder finden, denen auch die Politik in den nächsten Jahren eine intensivere Beachtung schenken werden muss, damit neben dem Problem des Aussterbens der Innenstädte nicht auch die Vororte immer weiter schrumpfen und veröden.

Es stellt sich die Frage, inwieweit sich das Wohnen im Alter im ländlichen Raum zu einem Problem für die Betroffenen und für die Bereitstellung der Einrichtungen der Daseinsvorsorge entwickeln kann. Gibt es Unterschiede zwischen dem Wohnen in der Kernstadt und den Ortsteilen mit dörflichem Charakter? Wie sieht die Einwohner- und Altersstrukturentwicklung in den Ortseilen aus und welche Trendaussage kann gemacht werden? Wie sieht die Infrastrukturausstattung hinsichtlich Versorgung und Mobilität etc. aus?
Neben der Erstellung von Ortsteilprofilen, die das Thema der älteren Bevölkerung in den Mittelpunkt rücken und diese räumlich spezifizieren sollen über Befragungen weitere Anhaltspunkte für die Handlungsfelder gefunden werden.

Hier muss zunächst einmal ermittelt werden, wie die Lebenspraxis älterer Menschen aussieht und worin sie Bedarfe sehen. Gleichzeitig gilt es zu erkunden, wie die zuständigen Akteure und Vereinigungen in Kreuztal dieses Thema betrachten und wie sie diesem Thema bereits begegnet sind. Es gilt bei den Trägern der Vereinigungen, wie Diakonie, AWO, etc. Informationen einzuholen, welche Projekte sie bereits entwickelt haben, inwieweit diese Projekte Erfolg haben und welche Maßnahmen man sich darüber hinaus noch vorstellen könnte.
Auf Grund empirischer Untersuchungen soll die Lebenspraxis älterer Menschen in den Ortsteilen untersucht und analysiert werden.

Im abschließenden Teil werden die Untersuchungen zwischen Experten und Senioren zusammengefasst und es soll herausgearbeitet werden, welche Handlungsansätze man für eine Kleinstadt wie Kreuztal zusammenstellen kann.

Hier gilt es zu analysieren, wie sich die Wohnungs- und Versorgungssituation in Verbindung mit den sozialen Netzen darstellt und diese bewertet sowie die Mobilitätsangebote der Menschen in den einzelnen Stadtteilen analysiert werden. Es muss überprüft werden, ob sich und wie weit sich die Situation der Kernstadt von der Situation in den Ortsteilen unterscheidet.
Es gilt herauszufinden, welche Projekte inzwischen realisiert wurden und inwieweit sie erfolgreich verliefen und welche Strategien sich ferner noch auf Grund der Expertenaussagen entwickeln lassen.
Dies gilt zum einen allgemein für den Stadtbezirk, als auch speziell für ausgewählte Ortsteile mit besonders ausgeprägten oder problematischen Entwicklungen in der Lebenspraxis älterer Menschen.

Im Endeffekt soll die BA-Arbeit die immer aktueller werdende Schnittmenge zwischen der städtebaulichen Planung mit der Sozialraumanalyse und -bewertung aufzeigen, die den Beruf heutzutage charakterisiert und in Zukunft noch vertiefter betreffen wird.


Univ.-Prof. Dr.-Ing. Hildegard Schröteler-von Brandt, Bachelorarbeit, herausgegeben im Wintersemester 09/10