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Projekt Digitale Dorf.Mitte erfolgreich abgeschlossen

Mit dem Projekt Digitale Dorf.Mitte (DigiDoM) (Dezember 2017 - Oktober 2020) sollten die identitäts- und gemeinschaftsbildenden Räume und Treffpunkte durch den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie neu belebt werden. Durch digitale Projekte und Strukturen sollte die Dorfgemeinschaft gestärkt und das Ehrenamt entlastet werden.

Mit dieser Zielsetzung starteten wir in dem von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) finanzierten Projekt. Das Lehrgebiet Stadtplanung und Planungsgeschichte unter der Leitung von Frau Dr. Prof. Hilde Schröteler-von Brandt und die Projektleitern Dana Kurz rückte drei Modelldörfer aus Wittgenstein in den Fokus.

Die drei Modelldörfer Raumland (1.300 EW), Arfeld (950 EW) und Puderbach (500 EW) sind durch abnehmende Bevölkerungsentwicklung, dünne Besiedelung und eine Lage fernab von größeren Verkehrsachsen gekennzeichnet. Gemeinsam sind den Modelldörfern ihre aktiven Dorfgemeinschaften, ihr hohes ehrenamtliches Engagement und ein ausgeprägtes Vereinsleben.

Der partizipative Ansatz und die Beteiligung der Dorfbewohner*innen standen im Mittelpunkt. Mit den Projekten sollte auch die Kompetenz der Nutzer*innen bei der Technikanwendung gefördert werden. Durch die Ausrichtung des Projektes auf alle Altersgruppen wurde auch weniger technikaffinen Bewohner*innen der Zugang zur Digitalisierung eröffnet.

Die Nutzerfreundlichkeit der eingesetzten digitalen Technik stand an erster Stelle: Es sollten möglichst niedrigschwellige Angebote geschaffen und bereits erprobte Software sowie verfügbare und leicht handhabbare Geräte und Anwendungen zum Einsatz kommen. Es sollten digitale Werkzeuge sein, deren konkrete Anwendung das eher abstrakte Thema Digitalisierung transparent und begreifbar machen sollten.

Auf der Grundlage von Bürgerwerkstätten in den Modelldörfern wurden spezifische Projekte ausgearbeitet. Die Ideen dazu kamen aus den Dörfern, und es fanden sich vor Ort Mitstreiter*innen für deren Weiterentwicklung. Die Unterstützung durch Vertrauenspersonen in den Dörfern, wie die Ortsvorsteher*innen oder Vereinsvorstände, die als Brückenbauer*innen fungierten, stellten zentrale Faktoren für das Gelingen der Projekte dar.

Das Ergebnis des Beteiligungsprozesses war einerseits die Identifizierung dorfspezifischer Anwendungsprojekte, die die unterschiedlichen Voraussetzungen und Bedürfnisse der Dörfer fokussierten und andererseits das Querschnittsprojekt „digitale Dorfplattform“ mit Relevanz für alle drei Dörfer.

Als dorfspezifische Projekte wurden realisiert:

  • Eine solarbetriebene „Ampel für Raumland“ als Statusanzeige für das Dorfgemeinschaftshaus und das Schieferschaubergwerk per Smartphone schnell und flexibel schaltbar,
  • ein immer aktuelles „digitales schwarzes Brett“ für Puderbach und die Kita Blauland in Raumland, ebenfalls von Zuhause aus bedienbar,
  • ein Fab Lab in Trägerschaft der Modellbahnfreunde Arfeld für das neue Zentrum via Adrina in Arfeld sowie
  • eine sogenannte Kirchenkamera und der Live-Stream „Zuhause im Gottesdienst“ für die ev. Kirchengemeinde Raumland.

In allen Modelldörfern bestand ein großes Interesse an einer „digitalen Dorfplattform“, auf der sich nicht nur die Dorfbewohner*innen vernetzen können, sondern die darüber hinaus auch den Blick über das eigene Dorf hinaus hin zu den Nachbardörfern richtet.

So wurde ein neuer Kommunikationskanal in Kooperation mit der Nachbarschaftsplattform nebenan.de aus Berlin installiert und somit ein einfach zu bedienendes, kostenloses und effektives Instrument zur Verfügung gestellt.

Durch zwei Kampagnen, mehrere Aktionen und die große Unterstützung durch die Ortsvorsteher*innen und Aktiven der Dorfgemeinschaften verzeichnete die „digitale Dorfplattform“ direkt zu Beginn einen großen Zuspruch und bestätigte im weiteren Verlauf durch stetig wachsende Registrierungszahlen ihren Erfolg.

Durch die Wahl einer bereits erprobten und bewährten Plattform, die auch nach Ende der Projektlaufzeit weiterhin für den privaten Nutzer kostenfrei zur Verfügung steht und permanent gewartet, weiterentwickelt und optimiert wird, ist die Verstetigung des Projekts DigiDoM gewährleistet. Der Dorfplattform wurde aufgrund der hohen Beteiligung und der sogenannten Haushaltsdurchdringung und stetigen Aktivität von Seiten der Plattformbetreiber der Status eines „Selbstläufers“ attestiert.

Das Projekt ist abgeschlossen: Doch wie geht es weiter mit den digitalen Dorf.Mitten?

Pandemiebedingt sind die Dorfgemeinschaftshäuser derzeit geschlossen und so sind auch die Ampel oder das Digitale Schwarze Brett noch nicht wie gewünscht im Einsatz.

Was sich aber bereits im Lockdown bewährt hat sind die digitale Dorfplattform und die Kirchenkamera.

Aus dem Modellprojekt kann man lernen: auch hinsichtlich der Übertragung von Ideen auf die Region, der weiteren Verknüpfung der Region über die Plattformen und auch der Frage, wie man das Thema der Digitalisierung ins Dorf bringt.

Diese dorfspezifischen Projekte und den Erfolg der digitalen Dorfplattform wurden in einer digitalen Pressekonferenz vorstellt: